Mit „Am Ende des Schweigens“ kommt zum ersten Mal ein Krimi von Bestsellerautorin Charlotte Link auf die Bühne.
Das Westfälische Landestheater zeigt die Bühnenadaption von am 13. Dezember in der Stadthalle Castrop-Rauxel in einer Fassung von Karin Eppler, die auch die Regie übernimmt. Die Uraufführung eines der bekanntesten Werke Links wird als intensives Kammerspiel über das Wegsehen, das Schweigen und die moralische Mitverantwortung inszeniert. Drei Paare suchen auf einem idyllischen und sehr einsam gelegenen Anwesen in Yorkshire Erholung vom Alltag, während es unter der Oberfläche ihrer Freundschaft brodelt. Die Proben am Westfälischen Landestheater haben jetzt begonnen.
Das Stück:
Jessica ist erst seit kurzem Teil einer Gruppe von Freunden, die seit vielen Jahren ihre
Ferien gemeinsam verbringen. Drei Paare, die auf einem idyllisch und sehr einsam
gelegenen Anwesen in Yorkshire Erholung vom Alltag suchen.
In diesem Jahr aber wird die Ruhe durch einen seltsamen Fremden gestört. Ein Mann,
ziemlich heruntergekommen, nervös, sehr aggressiv. Immer wieder wird er in der Nähe
des Grundstückes gesehen. Scheint die Gegend zu erkunden und sich alles genau
anzuschauen. Eines Abends steht er vor der Tür und will mit den Eigentümern sprechen.
Deren Rechte an dem Haus er in Frage stellt: Er bezeichnet sich als Erbe, dessen
Anspruch übergangen worden sei. Den er aber jetzt geltend machen werde.
Als Jessica einige Tage später von einem ihrer langen Spaziergänge zurückkommt,
empfängt sie ein bedrohliches Schweigen, das unheilvoll über der ganzen Gegend lastet.
Kurz darauf macht sie eine grauenhafte Entdeckung: Ihre Freundin Patricia liegt vor dem
Haus, tot, blutüberströmt. Jemand hat ihr die Kehle durchgeschnitten. Im Haus noch
weitere Tote. Es gibt nur drei Überlebende des Massakers, aber deren Aussagen bringen
keine wirklichen Erkenntnisse.
Wer ist in die friedliche Stille dieses Landsitzes eingedrungen? Und warum?
Der Hauptverdächtige hat ein Alibi ….
Karin Epplers Fassung, die in enger Abstimmung mit Charlotte Link entstanden ist, legt den Fokus auf die psychologische Spannung, die innere Unruhe der Figuren und die gesellschaftliche Dimension von Gewalt im Verborgenen. „Uns interessiert nicht nur der Kriminalfall als solcher, sondern vor allem die Frage: Wann wird Schweigen selbst zur Tat?“, beschreibt Karin Eppler ihren Zugang. So ist ihr auch bei der Bühnenadaption besonders wichtig, das Klima des Misstrauens und die unausgesprochenen Dinge zu vermitteln. Die Zuschauer sollen miträtseln, welche Geheimnisse die Freunde verbinden, und schließlich auch die Frage, wer wurde deshalb zum Mörder? „Charlotte Link schreibt mit einem genauen Blick für gesellschaftliche Mechanismen. Wir wollen zeigen, dass in ihren Geschichten mehr steckt als ein guter Krimi, nämlich die Frage, wie wir leben und was wir bereit sind zu übersehen“, so Eppler.
Ein reduziertes, atmosphärisches Bühnenkonzept unterstreicht diesen Ansatz: Die Bühne zeigt keine naturalistische Landschaft, sondern eine konzentrierte, symbolische Szenerie. Ausstatter Philipp Kiefer hat sich von Gothic Novels inspirieren lassen und ein Kaminzimmer mit einer riesigen Feuerstelle als Kulisse entworfen. Sechs drehbare Sessel in diesem Herrenhauszimmer bilden das Zentrum des Geschehens. Filmische Elemente, Musik und Lichtübergänge kreieren ein intensives Theatererlebnis, das die ZuschauerInnen von Anfang an mit in die Handlung zieht und sie mitnimmt auf das Herrenhaus in Yorkshire.
Am Ende des Schweigens
nach Charlotte Link, von Karin Eppler
Krimi
Uraufführung: Samstag, 13.12.2025, 20.00 Uhr Castrop-Rauxel Stadthalle
Weiterer Termin: Samstag, 20.12.2025, 20.00 Uhr Castrop-Rauxel Studio
Karten unter: 0 23 05-97 80 20 oder per E-Mail: tickets@westfaelisches-landestheater.de
Europaplatz 6-10
44575 Castrop-Rauxel
02305356070
https://eventforum-castrop.de/hallen/europahalle/
Europaplatz 10
Castrop-Rauxel 44575
02305/356070
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