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Stimme für die Unterrepräsentierten
Foto: Marco Stepniak

Stimme für die Unterrepräsentierten

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Jakob Surkemper

Mit 20 ist sie das jüngste Mitglied im Castrop-Rauxeler Stadtrat. Politisch aktiv ist Nora Chouiqa aber schon deutlich länger.

Seit ihrem 16. Lebensjahr engagiert sich die Castroperin – etwa in der Schule in einer Anti-Mobbing-AG. Sie absolvierte eine Streitschlichterausbildung und brachte den Mitgliedern im Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) Politik näher. „Ich hatte schon immer einen starken Gerechtigkeitssinn“, sagt Nora. Mit 18, nach dem Abitur, trat sie den Jusos bei, der Jugendorganisation der SPD. Heute ist sie deren Vorsitzende in Castrop-Rauxel und im Kreis. Bei der Kommunalwahl im September kandidierte sie schließlich für die SPD für den Stadtrat – mit Erfolg. Dort will sie vor allem eine Stimme für diejenigen sein, die in der Politik zu wenig vorkommen: Junge Menschen, Frauen und Menschen mit Einwanderungsgeschichte.

„Es gibt viele Angsträume im öffentlichen Raum, in denen sich insbesondere Frauen nachts nicht sicher fühlen.“ Aber auch Ältere und Personen mit Kinderwagen stießen zu oft auf unnötige Barrieren. Deshalb setzt sich die Tochter eines marokkanischen Vaters und einer deutschen Mutter für eine „inklusive, feministische Stadtplanung“ ein – für eine „Stadt, in der sich alle zuhause fühlen“. Was Angebote für Kinder und Jugendliche sowie deren Mitbestimmung angeht, sei Castrop- Rauxel schon fortschrittlich, dennoch gebe es auch hier noch Luft nach oben. Vertreter des KiJuPas seien zwar im Jugendhilfe- ausschuss der Stadt, hätten dort jedoch kein Stimmrecht. Zudem gebe es zu wenige Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche.

Und fühlt sie sich als jüngste Stadträtin immer ernst genommen? „In der eigenen Fraktion schon – da bekomme ich viel Unterstützung“, sagt sie. In anderen Situationen habe sie sich auch aktiv Gehör verschaffen müssen. Neben ihrem Mandat im Stadtrat studiert Nora in Bochum Sozialwissenschaften und Germanistik auf Lehramt. Außerdem arbeitet sie für eine Landtagsabgeordnete und die Friedrich-Ebert-Stiftung. Seit Kurzem ist sie zudem Vorsitzende des SPD Ortsvereins Altstadt. Viel Freizeit bleibt da nicht mehr. „Aber die Juso-Arbeit mit anderen jungen Menschen macht auch Spaß“, sagt sie.

Info
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