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Den Schmerz verwandeln: Theaterstück "Wir haben Worte"
Foto: Volker Beushausen

Den Schmerz verwandeln: Theaterstück "Wir haben Worte"

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: RDN Verlag

Am Freitag, 5. November, wird das Theaterstück "Wir haben Worte" ab 20 Uhr in Castrop-Rauxel im Westfälischen Landestheater aufgeführt. Inhaltlich geht es um die Terroranschläge in Paris und einen Weg mit dem Schmerz umzugehen.

Wut, Trauer und Hass – All diese Emotionen durchlebten die beiden Väter, dessen Kinder den schlimmsten Terroranschlägen der letzten Jahre in 2015 zum Opfer fielen. Am Freitag, 5. November, um 20 Uhr wird das Theaterstück mit Azdyne Amimour und Georges Salinesim im Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel aufgeführt. Das Westfälische Landestheater produziert die Uraufführung dieses außerordentlichen Textes.

Verlust, Schmerz und Gespräche – Die Geschichte des Stücks

Am 13. November 2015 ereignete sich in Paris einer der schlimmsten Terroranschläge der letzten Jahre. Bei den Anschlägen auf das Stade de France, das Bataclan und zahlreiche Bars und Restaurants starben 130 Menschen. Unter den Opfern war die 28-jährige Lola Salines, die zum Zeitpunkt des Anschlags vor der Bühne des Bataclan-Theaters tanzte. Einer der Täter war der ebenfalls 28-jährige Samy Amimour. Er wurde vom Anti-Terror-Kommando der französischen Polizei getötet. Fast zwei Jahre später bat der Vater des Attentäters, Azdyne Amimour, den Vater von Lola Salines um ein Gespräch. Georges Salines stand als Präsident der Selbst-Hilfe-Vereinigung „13onze15 Fraternité et verité“ im Licht der Öffentlichkeit.

Der Weg der Bewältigung

Trotz aller offensichtlichen Vorbehalte willigte Georges Salines ein. So kam es zu einer äußerst unwahrscheinlichen Begegnung, bei der sich die beiden Männer ihre Leben erzählten, sich gegenseitig schilderten, wie sie den Abend des Anschlags und die Tage danach erlebten. Wie sie sich bewusstwurden, dass sie beide Opfer sind, beide ein Kind verloren haben und der einzige Weg der Bewältigung und des Kampfes gegen den Terror im Miteinander liegt. Das Gespräch führte zu einer Nähe, die den beiden Vätern die Möglichkeit gab, ihren Schmerz in etwas Konstruktives zu verwandeln.

Dialog erschien zunächst als Buch

Anfang 2020 erschien der Dialog zwischen Azdyne Amimour und Georges Salines in Frankreich unter dem Titel „Il Nous Reste Les Mots“ als Buch. Als Ausdruck der Versöhnung erhielt es zunächst in Frankreich, dann auch bei Erscheinen der Übersetzung in den englischsprachigen Ländern, enorm viel Aufmerksamkeit. Es wurde als ein beeindruckendes, erschütterndes Zeichen der Toleranz wahrgenommen.

Weitere Informationen:

Tickets gibt es unter tickets@westfaelisches-landestheater.de
Tel.: 02305 – 978020
Website: www.westfaelisches-landestheater.de

Gefördert wird das Theaterstück vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, vom Kultursekretariat Gütersloh sowie vom Heimwärts-Fond.

Foto: Westfälisches Landestheater

 

 

 

 

 

 

 

 

Info
Westfälisches Landestheater

www.westfaelisches-landestheater.de

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